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Fassadenbau & WDVS

. 7 Min. Lesezeit

Dämmplatten werden an einer Fassade montiert

Von der Bestandsaufnahme bis zum Oberputz. Welche Schritte ein Wärmedämmverbundsystem durchläuft und worauf Eigentümer in jeder Phase achten sollten.

Bestandsaufnahme und Untergrundprüfung

Jede Fassadendämmung beginnt am Bestand. Der Fachbetrieb prüft Putz und Mauerwerk auf Tragfähigkeit, Hohlstellen, Risse und Feuchte. Ein Klebesystem hält nur so gut wie der Untergrund darunter, deshalb werden lose Putzflächen entfernt und Altanstriche auf ihre Haftung getestet.

Gleichzeitig werden alle Anschlüsse aufgenommen: Fensterlaibungen, Fensterbänke, Rollladenkästen, Dachüberstand, Sockel, Balkone und Durchdringungen wie Außenleuchten oder Lüftungsöffnungen. Jeder dieser Punkte braucht später ein eigenes Detail.

Aus der Aufnahme entsteht der Systemvorschlag: Dämmstoff, Dämmstärke, Befestigungsart und Oberfläche. Er sollte begründet sein und zu Brandschutz, Schallschutz und dem Diffusionsverhalten der Wand passen.

Dämmstoffwahl: EPS, Mineralwolle oder Holzfaser

Expandiertes Polystyrol (EPS) ist leicht, wirtschaftlich und wärmetechnisch sehr leistungsfähig. Mineralwolle ist nicht brennbar und schalldämmend, dafür schwerer und empfindlicher gegen Feuchte während der Bauphase. Holzfaser punktet mit Hitzeschutz im Sommer und ökologischer Bilanz, benötigt aber größere Stärken.

Die Wahl ist keine Geschmacksfrage. Gebäudehöhe, Brandschutzanforderungen, Nähe zur Grundstücksgrenze und die geplante Oberfläche schränken die Optionen ein. Bei mehrgeschossigen Gebäuden sind Brandriegel aus Mineralwolle oder ein komplett nicht brennbares System üblich.

Eigentümer sollten sich die Systemzulassung zeigen lassen. Dämmplatte, Kleber, Dübel, Armierung und Putz müssen als geprüftes System zusammengehören, sonst erlischt die Gewährleistung des Herstellers.

Gerüst, Sockel und Vorbereitung

Das Gerüst wird mit Abstand zur Fassade gestellt, der die spätere Dämmstärke berücksichtigt. Ein zu eng gestelltes Gerüst kostet später Umbauzeit. Fenster und Türen werden abgeklebt, Regenfallrohre und Außenleuchten demontiert.

Im Sockelbereich beginnt die Arbeit mit einer Sockelschiene oder einem Sockelprofil, das die erste Plattenreihe trägt und den Abschluss nach unten bildet. Unterhalb davon kommt Perimeterdämmung zum Einsatz, die Spritzwasser und Erdfeuchte dauerhaft verträgt.

Kleben, Dübeln, Armieren

Die Dämmplatten werden im Verband verklebt, versetzt wie Mauerwerk, ohne Kreuzfugen und mit Verzahnung an den Gebäudeecken. Offene Fugen werden nicht mit Kleber, sondern mit Dämmstoffstreifen oder Füllschaum geschlossen, sonst entstehen Wärmebrücken.

Je nach Untergrund und Gebäudehöhe wird zusätzlich gedübelt. Anzahl und Dübelbild gibt die Systemzulassung vor. Die Dübelteller werden bündig eingesenkt oder überspachtelt, damit sie sich nicht später im Putz abzeichnen.

Auf die Platten kommt die Armierungsschicht: Klebespachtel mit eingebettetem Glasfasergewebe. Sie nimmt Spannungen auf und verhindert Risse. An Fensterecken werden zusätzliche Diagonalstreifen eingelegt, weil dort die größten Kräfte wirken.

Anschlüsse und Details

Die meisten Schäden an gedämmten Fassaden entstehen nicht in der Fläche, sondern an den Anschlüssen. Fensterbänke brauchen seitliche Aufkantungen und ein Gefälle nach außen. Laibungen werden gedämmt, auch wenn der Platz knapp ist. Dachanschlüsse erhalten ein Anputzprofil mit Dichtband.

Durchdringungen wie Leuchten, Briefkästen oder Markisen werden auf Montagequadern befestigt, die Lasten in die Wand leiten und die Dämmung nicht quetschen. Nachträgliche Bohrungen durch das fertige System sind zu vermeiden.

Oberputz und Farbgebung

Nach dem Durchtrocknen der Armierung folgen Grundierung und Oberputz. Körnung und Struktur bestimmen das Erscheinungsbild, die Putzart beeinflusst Diffusion und Verschmutzungsneigung. Helle Farbtöne sind auf gedämmten Fassaden die Regel, weil dunkle Flächen sich stärker erwärmen und Spannungen erzeugen.

Hersteller geben für ihre Systeme einen Hellbezugswert vor, der nicht unterschritten werden sollte. Wer dunkle Akzente möchte, setzt sie flächig begrenzt oder mit speziell pigmentierten Putzen um.

Typische Fehler, die Eigentümer erkennen können

Kreuzfugen in der Plattenverlegung, mit Kleber gefüllte Fugen, fehlende Diagonalarmierung an Fenstern, Dübelteller ohne Abdeckung, Fensterbänke ohne Gefälle oder ohne seitliche Abdichtung. Diese Punkte sind während der Bauphase sichtbar und lassen sich anhand von Fotos dokumentieren.

Ein seriöser Betrieb zeigt die Arbeitsschritte vor dem Schließen der Fläche. Wer den Baufortschritt regelmäßig fotografiert, hat später auch die Unterlagen, die für Förderung und Gewährleistung gebraucht werden.

Fazit

Ein WDVS ist ein geprüftes System, kein Stapel von Einzelprodukten. Die Qualität entscheidet sich am Untergrund, an der Plattenverlegung und an den Anschlüssen, nicht am Putz, den man am Ende sieht. Eigentümer sollten auf Systemzulassung, dokumentierte Arbeitsschritte und sauber geplante Details achten.

Das passende Gewerk

Fassadenbau & WDVS

Wärmedämmverbundsysteme, Putz- und Sichtfassaden.

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