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Dachsanierung

. 6 Min. Lesezeit

Dachstuhl mit neuer Dämmung und Lattung

Aufsparren, Zwischensparren oder Untersparren. Welche Dämmlage zu welchem Dach passt, wann die Neueindeckung den Ausschlag gibt und wo die bauphysikalischen Risiken liegen.

Drei Lagen, ein Ziel

Ein Steildach lässt sich an drei Stellen dämmen: oberhalb der Sparren (Aufsparrendämmung), zwischen den Sparren (Zwischensparrendämmung) und unterhalb der Sparren (Untersparrendämmung). Häufig werden zwei Lagen kombiniert, um die geforderte Dämmwirkung mit vertretbarer Aufbauhöhe zu erreichen.

Welche Lage sinnvoll ist, hängt weniger vom Wunsch als vom Zustand des Daches ab. Ist die Eindeckung am Ende ihrer Lebensdauer, öffnet sich die Möglichkeit, von außen zu arbeiten. Ist sie intakt, bleibt die Innendämmung der realistische Weg.

Aufsparrendämmung: Die Lösung bei Neueindeckung

Bei der Aufsparrendämmung liegt die Dämmung als durchgehende Platte auf den Sparren. Die Sparren selbst bleiben innen sichtbar oder werden verkleidet, Wärmebrücken durch das Holz entfallen weitgehend. Das ist bauphysikalisch die sauberste Variante.

Voraussetzung ist eine Neueindeckung, denn Ziegel, Lattung und Unterdeckung müssen abgenommen werden. Die Dachhöhe wächst um die Dämmstärke, was an Ortgang, Traufe und Kamin neue Anschlüsse erfordert und bei Doppelhäusern mit dem Nachbarn abzustimmen ist.

Der Innenraum bleibt während der Arbeiten weitgehend unberührt. Wer den ausgebauten Dachboden bewohnt, spürt den Umbau nur durch Lärm und kurze Phasen mit Notabdeckung.

Zwischensparrendämmung: Arbeiten von innen

Die Zwischensparrendämmung füllt den Raum zwischen den Sparren mit Klemmfilz oder Einblasdämmung. Sie ist von innen ausführbar und erfordert keine Neueindeckung, verlangt aber eine funktionierende Unterdeckbahn oder Unterspannbahn, damit Flugschnee und Regen nicht in die Dämmung gelangen.

Fehlt diese Bahn, wie bei vielen älteren Dächern, muss zwischen Dämmung und Eindeckung eine Belüftungsebene bleiben oder eine Unterdeckung von innen nachgerüstet werden. Beides reduziert die mögliche Dämmstärke oder erhöht den Aufwand.

Die Sparrenhöhe begrenzt die Dämmstärke. Reicht sie nicht, wird eine Untersparrendämmung ergänzt, die zusätzlich die Wärmebrücken durch die Sparren abschwächt.

Luftdichtheit und Dampfbremse

Bei Innendämmungen ist die luftdichte Ebene auf der Raumseite entscheidend. Eine Dampfbremse wird überlappend verlegt und an Wänden, Pfetten, Kaminen und Fenstern mit Klebebändern oder Anschlussklebern dicht angeschlossen. Jede undichte Stelle lässt warme, feuchte Raumluft in die Konstruktion, wo sie an der kalten Seite kondensiert.

Feuchteadaptive Dampfbremsen erlauben im Sommer eine Rücktrocknung nach innen und sind bei Dächern ohne diffusionsoffene Unterdeckung oft die sicherere Wahl. Welche Bahn passt, ergibt sich aus dem Gesamtaufbau und sollte rechnerisch nachgewiesen werden.

Das Dach als Teil der Gebäudehülle

Dämmung und Luftdichtheit des Daches müssen an die Außenwand anschließen. Der Übergang an der Traufe und am Drempel ist ein klassischer Schwachpunkt, an dem Wärme entweicht und Tauwasser entsteht. Wird zugleich eine Fassadendämmung geplant, lohnt es, beide Gewerke gemeinsam zu detaillieren.

Auch Dachfenster gehören zur Entscheidung. Alte Fenster ohne Dämmrahmen bleiben Wärmebrücken im sonst gedämmten Dach. Der Austausch ist während der Sanierung deutlich einfacher als nachträglich.

Worauf Eigentümer achten sollten

Vor der Entscheidung braucht es eine Begutachtung von Eindeckung, Unterdeckung und Dachstuhl. Holzschäden, Schädlingsbefall oder durchfeuchtete Sparren müssen vor jeder Dämmung behoben werden, sonst wird das Problem eingepackt.

Lassen Sie sich den Schichtaufbau schriftlich geben, mit Dämmstoffart, Stärke, Bahnentyp und Angabe, wie die Anschlüsse ausgeführt werden. Eine Fotodokumentation vor dem Verschließen der Flächen ist Standard bei sorgfältigen Betrieben.

Fazit

Steht die Neueindeckung ohnehin an, ist die Aufsparrendämmung in der Regel die bessere Lösung. Ist das Dach dicht, führt die Zwischensparrendämmung mit sorgfältig ausgeführter Dampfbremse zum Ziel. In beiden Fällen entscheidet der Zustand des Bestands und die Qualität der Anschlüsse, nicht die Dämmstärke allein.

Das passende Gewerk

Dachsanierung

Konstruktion, Dämmung, Abdichtung, Eindeckung.

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